Donnerstag, 21. Juni 2018

Chronik

 

Die Geschichte der FF Pirkensee als PDF

 

 

Denken wir daran, wie groß alljährlich die Brandschäden heute noch sind, trotz gut ausgebildeter Wehren und ausgezeichneter moderner Löschmittel. Da darf es keinen wundern, wenn frühere Generationen in Erkenntnis der eigenen Schwäche und Hilflosigkeit bei unserem Herrgott und seinen Heiligen um Schutz gebeten haben und wenn auch gar mancher Aberglaube dabei vorgekommen ist. Ist es denn wirklich so lächerlich, sich in den Schutz Gottes zu stellen, oder ist es verwerflich, den hl. Florian als Patron in Feuersnot anzurufen und um Fürbitte anzuflehen, oder ein "Prangerkranzl" oder den geweihten Kräuterbüschl unter das Dach zu legen?Von jeher war der Feuerschutz in jeder Gemeinschaft ein Hauptanliegen. So ist es begreiflich, dass schon im Mittelalter eigene Ordnungen hierzu in Märkten und Städten aufgestellt worden sind und dass sich auch "Ehehaftordnungen" damit befassten. Sie waren alle gut gemeint und gut überlegt. Aber Häuser aus Holz, Stroh-, Schilf- und Schindeldächer, Spanleuchten, Kerzen und Ölfunzeln, Kochen auf dem offenen Herd, dazu dürftige Wasserversorgung aus Gemeinschaftsbrunnen, dies alles erhöhte die Brandgefahr. Feuereimer und unzulängliche Feuerspritzen stellen halt doch nur schwache Hilfsmittel zur Bekämpfung eines Schadenfeuers dar.

Feuerschutz geht jeden in einer Gemeinschaft an. Brandbekämpfung kann nur im organisierten Einsatz einer Gemeinde wirksam sein. Diese Erkenntnis führte auch in Pirkensee zur Gründung einer eigenen Wehr. Wohl bestand auch hier die gemeindliche Pflichtfeuerwehr. Die Teilnahme wurde aber meist als Zwang aufgefasst. Zur wirksamen Bekämpfung fehlten entsprechende Hilfsmittel.

Lesen wir in der "Disktriktpolizeilichen Vorschrift des königlichen Bezirksamtes Burglengenfeld" vom 28.Dezember 1863: "1: In den Landgemeinden muss jeder Hausbesitzer binnen 6 Monaten wenigstens einen wasserdichten Feuerkübel in Bereitschaft haben und im brauchbaren Zustand erhalten; ferner müssen in jeder Ortschaft binnen 6 Monaten mindestens zwei gute Feuerleitern und 3 Feuerhaken an einem leichten zugänglichen Ort bereitgehalten werden..."

Dieser Vorschrift ist auch zu entnehmen, dass in Schwandorf, Burglengenfeld, Kallmünz und Schmidmühlen je eine Löschmaschine für den jeweiligen Distrikt stand. Ob diese aber an einem weiter entfernten Brandherd mit einem Pferdegespann rasch genug befördert werden konnte, ist fraglich. Der Distrikt Burglengenfeld hatte 1870 beschlossen, dass jede der 53 Gemeinden des Amtsbezirkes mit einer Saug- und Druckspritze versehen werden soll. Damit bei keiner der Gemeinden der Eindruck einer Bevorzugung oder Benachteiligung aufkommen kann, wurde beschlossen, die Reihenfolge, nach welcher die einzelnen Gemeinden in den Bezug der Spritze kommen sollen, durch das Los entscheiden zu lassen. Die Pumpen waren mit einem doppelt dreizölligen Pumpwerk versehen. Sie konnten in der Minute ungefähr zwei Eimer (1 Eimer sind 60 Liter) Wasser auf eine Entfernung von 70 Fuß (sind ca. 21 m) werfen. Zur Bedienung waren vier Mann erforderlich. Mit jeder Pumpe wurden zwei lederne Saugschläuche und 75 Hanfschläuche sowie ein zweiräderiger Wagen geliefert. Der Wert einer Pumpe betrug 250 Gulden. Der Distriktrat hatte mit dem Spritzenfabrikanten Dominikus Kirchmeier in München einen Vertrag abgeschlossen. Jedes Jahr musste er 10 Spritzen liefern, 1870 aber sechs.

Jede Gemeinde hatte vor der Ablieferung der Spritze nachzuweisen, dass sie zur sicheren Aufbewahrung ein geeignetes Lokal besitzt. Die Gemeinden Teublitz, Alberndorf, Vilshofen, Rohrbach, Zielheim und Winbuch erhielten die ersten sechs Spritzen. Krachenhausen hatte das Los Nr. 7 , Wackersdorf Nr. 8 und Pirkensee Nr. 9 gezogen. Der Gemeindevorsteher Dechant bestätigte am 1. Juni 1871 den Empfang der Spritze. Die neue Löschmaschine gehörte der Gemeinde und musste von der bestehenden Pflichtfeuerwehr bedient werden.

Am 5. April 1873 wurde in Pirkensee auf Betreiben des Schloßgutbesitzers Graf von der Mühle-Eckart eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen. Als Gründungsmitglieder sind bekannt:

Obermeier Johann (Ökonom), Held Georg (Gastwirt), Gröninger Michael (Gütler), Weiß Josef (Fabrikarbeiter), Friedl Thomas (Schmiedmeister), Kuhn Baptist (Fabrikarbeiter), Seitz Karl (Fabrikarbeiter)

Die Freiwillige Feuerwehr Pirkensee war die 14. im Bezirksamt Burglengenfeld. Im Jahr 1873 sind noch weitere 11 Wehren gegründet worden, nämlich am 1. Januar in Naabeck, am 3. Januar in Bubach an der Naab, am 26. Januar in Katzdorf und in Neukirchen, in Pottenstetten am 23. März, in Wischenhofen am 12. Mai, in Haselbach am 1. August, in Meßnerskreith am 2. August, in Fronberg am 13. September und in Ettmannsdorf am 21. September. Die Freiwillige Feuerwehr Pirkensee kaufte anfangs der achziger Jahre eine Fahne. Diese überließ sie dem dortigen Burschenverein "Drei Rosen", als sie sich im Jahr 1907 eine neue Fahne anschaffte. Bereits 1956 veranstaltete die Wehr wieder eine Fahnenweihe. Im Jahre 1926 beging sie ihr 50., 1953 ihr 80. und 1963 ihr 90. Gründungsfest.

Bis zur Neuorganisation der Wehr nach dem letzen Kriege bzw. in der Nazizeit war die Wehr mit schwarzer Uniform, breiten Gurten mit Karabinerhaken, schwarzen Mützen und Messinghelmen ausgerüstet. Der Hornist durfte nicht fehlen, ebenso wenig auch die Feuerwehrstandarte. Im Jahre 1888 beschaffte die Freiwillige Feuerwehr Pirkensee eine Handdruckspritze, eingebaut in einen Wagen, der von Pferden gezogen wurde.

1937 wurde in der Ortschaft ein Löschteich angelegt.

1942 Kauf einer Motorspritze (Robel TS 8) mit Anhänger.

1956 Ausbau des Löschweihers und Einrichtung eines Schlauchtrockenturmes.

1963 erhielt die Wehr ein Feuerwehrauto.

1967 bekam sie eine neue Motorspritze Magirus TS 8-8, ein Ford Feuerwehrauto, desgleichen eine fahrbare, ausziehbare Feuerwehrleiter. Schlauchmaterial, Geräte und sonstige Bedarfsgegenstände wurde laufend ergänzt.

 

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